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Sonderrechenschieber

Die Bücher in der Reihe »Sonderrechenschieber« beschreiben Rechenschieber für spezifische Berechnungen im Bereich der Ingenieurwissenschaften. Diese Rechenschieber sind ausführlich in Wort und Bild dokumentiert. Die ihnen zugrunde liegenden mathematischen Gesetze und Regeln sowie der technisch-wissenschaftliche Hintergrund werden anhand zeitgenössischer Fachliteratur des jeweiligen Themenbereiches dargestellt. Die Erfinder bzw. Konstrukteure werden ebenso behandelt wie die mit Herstellung und Vertrieb befassten Unternehmen. Bisher sind folgende Titel erschienen:

»Lebensmitteltechnische Rechenschieber« wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts verwendet, um etwa für verschiedenste Lebensmittel und deren Grundstoffe die für Herstellung und Verarbeitung gewünschten und oftmals gesetzlich vorgeschriebenen Parameter zu berechnen; das war etwa bei Milch deren Fettgehalt, bei Butter ihr Wassergehalt oder beim Brauen der Farbentypus des zu verarbeitenden Malzes. Ein anderes Beispiel ist der von dem Wiener Kinderarzt Dr. Clemens Freiherr von Pirquet erfundene Nemwert-Rechenschieber zur Berechnung von Nahrungsmengen für gesunde Kinderernährung; das obige Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Skalenbild. In anderen Einsatzgebieten wie beispielsweise der Landwirtschaft wurden solche Sonderrechenschieber zur Berechnung des Wasserberdarfs bei der Feldberegnung eingesetzt oder zur Bedarfsermittlung von Futter für Milchvieh.

»Der Turbinenrechenschieber System Ing. Holl«
wurde von dem Berliner Dipl.-Ing. Paul Holl 1907 zur Leistungsberechnung und für die Auslegung der zu seiner Zeit verbreiteten Turbinentypen wie Francis-, Pelton- und Schwamkrugturbinen entwickelt. Holls Turbinenrechenschieber wurde von den Unternehmen Albert Martz (Stuttgart) sowie Dennert & Pape (Altona) hergestellt; das Bild links zeigt eine Werbeanzeige von Martz für den Turbinenrechenschieber.

 

 

»Der Rechenschieber für Wasserchemiker, System Dr. Janssen«
wurde 1931 zur Ermittlung der Natronzahl entwickelt; sie ist eine Kenngröße für die Qualität des Kesselwassers in Dampferzeugern und damit ein Maß für die Korrosionsbeständigkeit der verwendeten Werkstoffe. Ein ähnlicher wie Janssens Rechenschieber wurde einige Jahre später von Ingenieur S. L. Fokkema vorgestellt. Die folgenden Bilder zeigen Skalenaussschnitte von Janssens Rechenschieber (links) und Fokkemas Rechenstab (rechts).